Unglaublich!

1. September 2026

Damit hatte wohl niemand gerechnet: Der Tabellenführer kommt nach Berndorf und fängt sich fünf Tore ein. Und damit fünf mal so viel wie in den ersten vier Spielen. Die Bramberger hatten bisher nur ein Tore zugelassen und galten als die aktuell beste Abwehr der Salzburger Liga. Gleichzeitig war davon auszugehen, dass ihre pfeilschnellen Außenstürmer und das 3-4-3-System uns Probleme machen würden.

Wir spielten zum ersten Mal seit neun Jahren wieder gegen die Wildkogler. Damals verloren wir am 28.04.2026 im Pinzgau knapp mit 0:1.

Unser Spielertrainer Josef Höller nahm im Vergleich zum 1:1 in Henndorf lediglich eine Veränderung vor: Felix Scharinger kehrte ins Mittelfeld zurück, weshalb Andreas Scheffenacker statt Johnny Illek am rechten Flügel agierte.

Bei den Gästen begannen unter anderem
• der slowakische Ex-Profi Frederik Bilovský,
• der 19jährige syrische Außenstürmer Zior Ramo (Rieder Nachwuchs),
• der 21jährige Bosnier Anes Mašić (RBS-Akademie und WSG Tirol II), und
Harald Nindl (RBS-Akademie)

Die erste Chance des Spiels gehörte gleich uns: Luki Rösslhuber bediente in der dritten Minute Kilian Maier, dessen Schuss ging jedoch knapp am Tor vorbei. Kurz darauf war Joel Wagner gefragt und vereitelte eine Topchance der Bramberger. Wir zogen anschließend unser Ballbesitzspiel auf und machten mit tollem Pressing den Pinzgauern das Leben schwer. Diese hielten mit ihrer starken Defensive und hart geführten Zweikämpfen dagegen. Und wenn sie zum Kontern kamen, wurde es meistens gefährlich. Ramo und Fabrice Maahs kamen immer wieder ins Laufduell mit unserer Abwehr und zum Abschluss. Joel und die Stange bewahrten uns jedoch zwei Mal vor dem Rückstand. Wir erspielten uns regelmäßig Torchancen und forderten TSU-Goalie Lukas Schösser. Der war jedoch in Minute 43 geschlagen, als Luki – wie so oft – nach einem Abpraller am Schnellsten reagierte und das 1:0 erzielte.

Die Wildkogler mussten in der Halbzeitpause wechseln, Elias Trojer stand nun anstelle von Schösser zwischen den Pfosten. Wir nahmen vorerst keine Veränderungen vor. Vorerst.

Das nächste Tor fiel nach drei Minuten. Wir hatten eine Topchance auf das 2:0, verloren den Ball und kassierten das 1:1 durch Maahs. Würde die Partie nun kippen?

Kilian wurde in Minute 55 im Strafraum bedient, nahm den Ball allerdings mit dem falschen Fuß an und vergab. Joel war wenig später in unserem 16er gefragt und kam vor Ramo ans Spielgerät. Josef Höller wechselte nach einer Stunde zum ersten Mal und brachte Johnny Illek für Felix Scharinger ins Spiel. Andreas Scheffenacker ging nun vom rechten Flügel zurück ins Zentrum und Johnny reihte sich außen ein. Beide Teams kamen in dieser Phase zum Abschluss, jedoch nicht zu einem Treffer. Höller nahm in Minute 74 die nächsten Veränderungen vor. Dieses Mal kamen Andi Baumgartner und Noah Illek für Dani Manglberger und Kilian Maier auf den Platz. Andi gab nun den Brecher im Sturm während Luki jetzt als Achter fungierte. Noah kam sofort an den Ball, konnte daraus jedoch nichts machen. Das war bei der nächsten Aktion anders: Noah wurde angespielt und köpfte aufs Tor, Trojer war dran, aber Noah verwandelte seinen zweiten Versuch zum 2:1!

Die Gäste brachten frische Kräfte ins Spiel, die jedoch kaum auffallen sollten. Im Gegensatz zu unseren Jokern: „Baumi“ wurde fünf Minuten vor Spielende im Strafraum mit einer Flanke bedient und traf mit einem sensationellen Fallrückzieher zum 3:1! Ein heißer Kandidat für das Berndorfer Tor des Jahres und die Entscheidung! Doch wir hatten noch nicht genug: Zwei Minuten später ging Noah durch und bediente seinen Bruder (4:1) und in der Nachspielzeit versenkte Holzi einen Freistoß an der Cornerfahne direkt im Kasten zum 5:1-Endstand.

Das war im wahrsten Sinne des Worte ein unglaubliches Spiel. Kein einziger Berndorfer oder Bramberger hätte geglaubt, dass der schwarz-gelbe Zug den Tabellenführer mit 5:1 überrollt. Wir bewiesen damit nach den Siegen gegen Bürmoos (Cup) und den vor der Saison hoch gehandelten Eugendorfern, dass wir in der Salzburger Liga jeden schlagen können.

Nicht bloß Rapha Baier und Holzi, sondern jeder aus unserer Mannschaft hätte es sich verdient gehabt, im „Krone“ Team der Runde zu stehen. Folgerichtig sind wir dann auch das Team der Runde im Salzburger Fußball geworden.

Holzi sagte über unsere Mannschaft: „Wir sind einfach brutal eingeschworen und haben eine sensationelle Fitness, das war mir auch wichtig in der Vorbereitung.“ Dem kann ich nur eines hinzufügen: Es ist toll, zu sehen, wie sich diese Truppe Woche für Woche weiterentwickelt.

Am Sonntag folgte das zweite Wiedersehen an diesem Wochenende. Das letzte Duell mit Oberndorf fand am 21.04.2018 statt und endete mit 2:0 (Mani Maislinger und Hansi Stockhammer) für uns. Damals traf jedoch unsere erste Mannschaft und nicht unsere 1b auf den Stadtverein.

Unser Kapitän Max Stübler erzielte mit dem 1:0 ein schlitzohriges Tor mit absolutem Seltenheitswert. Es gab in Minute 15 einen Freistoß für uns. SK-Keeper Ardonis Halili stand links neben der Stange und wollte sich gerade die Mauer einrichten. Max erkannte jedoch, dass der Schiedsrichter den Ball nicht gesperrt hatte und schoss ihn ins leere Tor! Das gelang zuletzt Burkhard Mattle in den 1970ern. Der nächste Kandidat für das Tor des Jahres?

Raphael Kolb baute fünf Minuten später unsere Führung aus. Noah Illek und Irnes Ljubijankić fixierten vor der Pause den 4:0-Endstand.

Zwei Wiedersehen, ein Torverhältnis von 9:1 und ein Vorrücken auf Platz 7 bzw. Platz 4. Das nenne ich ein schönes Wochenende.

Wolfgang Rockenschaub

P.S.: Filmfans denken bei „SMG“ wohl an die „Buffy“-Darstellerin Sarah Michelle Gellar. Ich schlage vor, dass diese Abkürzung ab sofort in Berndorf für „Super Mario Gratzl“ steht. Unsere Nr. 33 tötet zwar keine Vampire, ist dafür jedoch der Albtraum jedes Gegners.

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