Unser Rückrundenauftakt in Altenmarkt war nichts für schwache Nerven. So fühlte ich mich während des Live-Tickers von Heli Strasser:
5‘ Was, Luki musste verletzt raus?
21‘ 1:0 für Altenmarkt? [Zensiert]
47‘ 2:0 für die Hausherren? [Zensiert]
77‘ 2:1! Geht da noch was?
89‘ Ausgleich! Vielleicht gewinnen wir die Partie sogar noch?
90+‘ Gappooo! 🙂
Das waren drei wichtige Punkte, dank denen wir weiterhin auf Platz 3 lagen. Nun galt es, zuhause gegen Tamsweg nachzulegen. Die Lungauer lagen zwar auf dem drittletzten Platz, waren allerdings immer ein unangenehmer Gegner gewesen. Ein Heimsieg war also im Aufstiegsrennen quasi Pflicht und doch alles andere als das.
Unser Trainerteam nahm vier Änderungen vor:
1. Eric Schweighart (Neuzugang aus Elixhausen) für Luki Rösslhuber (Zerrung)
2. Marcel Holzmann für Noah Illek
3. Daniel Munter für Mario Gratzl (kam im Winter aus Deutschland)
4. Flo Buchwinkler für Dani Manglberger
Die erste Vielstunde war von Hektik, intensiven Zweikämpfen und mangelnden Torchancen geprägt. Die Gäste machten uns mit ihrer Physis das Leben schwer und kamen immer wieder zu gefährlichen Kontern. Wie zum Beispiel in der 18. Spielminute, als Holzi irgendwie noch einen unterbinden konnte. Der SCT übernahm so das Kommando und Joel verhinderte den frühen Rückstand.
Unser Kapitän Berni Biribauer zog in Minute 25 in den Strafraum und wurde mit einem Foul elfmeterreif gestoppt. Der Linienrichter zeigte das an, doch Schiedsrichter Reinhard Marcinko ließ zur allgemeinen Verwunderung weiterspielen. Wir ließen uns davon jedoch nicht unterkriegen, sondern rissen die Schlussphase der ersten Halbzeit an uns. Biri bediente unseren ukrainischen Neuzugang Danylo „Dany“ Plakhtyria, aber die Tamsweger konnten die Aktion klären. Kurz darauf legte sich Holzi den Ball an der Eckfahne zurecht und brachte ihn – wie gewohnt – gefährlich in die Mitte. Das Leder prallte nach vorne und kam zu Janik, der ihn aus ca. 17, 18 Metern in die Maschen donnerte! 1:0! Anschließend traf Biri, doch sein Tor wurde wegen einer Abseitsstellung aberkannt.
Wir machten nach dem Wiederanpfiff druckvoll weiter: Ein Schuss von Biri wurde am 16er geklärt. Dann fuhr SCT-Keeper Tobias Gappmaier daneben, doch wir brachten die Kugel nicht aufs Tor. Sechs Minuten waren gespielt, als eine Flanke von rechts in den Strafraum eindrang. Gappo nutzte sein großartiges Timing, stieg am Höchsten auf und netzte per Kopf ein! Das 2:0 durch unsere Nummer 8 beruhigte vermutlich nicht nur meine Nerven ein bisschen. Die nächste Viertelstunde gehörte jedoch plötzlich den Tamswegern. Zuerst jagte Stefan Gautsch aus guter Position einen Freistoß über unser Gehäuse, dann vergaben die Gäste eine Topchance. Anschließend war Joel zur Stelle und unsere Abwehr wehrte den Nachschuss auf der Linie ab. Der folgende Schuss der Lungauer ging knapp über unser Tor. SC-Coach Lukasz Pielorz brachte nun Goalgetter Lukas Kerschhaggl (0,66 Tore pro Spiel) in die Partie. Wir reagierten ebenfalls. Bei uns ersetzten Kilian Maier und Dani Manglberger Janik Lindner und Eric Schweighart.
Kili kam gleich zu zwei Abschlüssen. Auf der anderen Seite des Feldes war Joel zwei Mal zur Stelle, griff sich anschließend an die Hand und blieb verletzt liegen. Unsere Nummer 1 hatte sich den Mittelfinger gebrochen. Für ihn kam der erst 17jährige Luca-Noel Menges ins Spiel. Er kam im Winter von Eugendorf 1b und war nun gefragt. Die Gäste schossen an den linken Pfosten und dann ganz knapp über das Tor. Glück für uns. Der Rest der Partie gehörte anschließend uns. Kili hatte gleich vier Mal das 3:0 am Fuß, doch der Ball wollte einfach nicht rein gehen. Jonas Helminger kam in der Nachspielzeit für Biri hinein, dann pfiff Marcinko ab.
Das war ein hart erkämpfter und wichtiger Arbeitssieg, den wir mit Joels Ausfall teuer bezahlten. Wir liegen weiterhin auf Platz 3 und sind ganz vorne mit dabei. Da St. Michael Altenmarkt schlug, sind die starken Tamsweger nun Vorletzter. Die Michaeler wiederum sind am Samstag unser nächster Gegner. Trotz aller Freundschaft können wir ihnen nichts schenken.
„Weiter, immer weiter!“ – Oliver Kahn (und vermutlich ebenfalls Ex-Bayern-Spieler Marcel Holzmann)
Wolfgang Rockenschaub
P.S.: Ein Tamsweger Spielervater, der angeblich selbst in der zweiten Bundesliga gespielt hat, fragte, ob die Nummer 8 von Berndorf ein Ex-Profi ist, weil er so große Übersicht beweist, sich so gut bewegt und überragend spielt.

