Relegation III: Legenden

25. Juni 2026

Die Krone sprach von einem „hitzigen Elfer-Krimi“, einem „unfassbaren Drama“ und einer „rauschenden Party“. Ligaportal nannte es ein „irres Comeback“ des „Berndorfer Mentalitätsmonsters“. Es war all das und noch viel mehr.

Unser Trainerteam schickte fast die selbe Elf auf den Platz wie am Mittwoch. Joel Wagner stand wieder zur Verfügung und damit auch zwischen den Pfosten. Da Phil Strasser nicht anwesend sein konnte, hatten wir kurioserweise keinen Ersatztorhüter im Kader. Bei den Antheringern fehlte Maxi Dicker (Hochzeit).

Wir mussten nach dem 1:3 im Hinspiel alles geben und möglichst viele Tore schießen. Unsere Burschen bliesen von Anfang an zur Attacke. Marcel Holzmann tauschte in der Anfangsphase mit Janik Lindner die Position und agierte als Freigeist in der Offensive. Wir machten erneut über Kili Mairs rechte Seite viel Druck und erspielten uns Torchancen. Dann folgte der große Rückschlag: Anthering konterte und Markus Eppenschwandtner erzielte das 0:1 (18. Minute). Damit war unser Matchplan zunichte.

Die zahlreichen Gästefans jubelten lautstark. War das die Entscheidung? Ein Antheringer neben mir sagte auch noch: „Wie wollt ihr überhaupt ein Tor schießen?“ So zum Beispiel: Biri setzte sich auf unserer linken Seite durch und spielte einen langen Ball nach rechts zu Kili. Der schloss ab und sein abgeblockter Schuss führte zu einer Ecke. Holzi beförderte das Leder in die Mitte, wo Luki goldrichtig stand und tat, was Luki immer tut: per Kopf einnetzen! 1:1! Damit waren es nur mehr zwei Tore für eine Verlängerung und drei für den Aufstieg.

Die zweite Hälfte verlief ähnlich wie im ersten Spiel: Beim Auswärtsteam war die Luft raus. Die Antheringer waren körperlich am Ende und geistig unter Druck. Wir hingegen erspielten uns eine Vielzahl an Chancen – auch dank eines taktischen Kniffs. Unser Kapitän Biri konnte auch heute nach einem Foul nicht mehr weitermachen. Noah Illek und Dani Manglberger kamen für Janik Lindner und Biri ins Spiel. „Mångs“ sortierte sich in der Abwehr ein. Mario Gratzl wechselte von der Innenverteidigung in den Sturm und war dort nicht zu stoppen. Er gewann gefühlt jeden Zweikampf und konnte in Minute 67 nur mit einem Foul am Torerfolg gehindert werden. Luki schnappte sich die Kugel und versenkte den Elfmeter rechts im Netz! Sechs Minuten später setzte sich Kili erneut auf rechts durch und flankte den Ball in Richtung des linken Pfostens. Luki stieg hoch und köpfte den Ball in die Mitte zu Mario. Unsere Nummer 33 mutierte zum „Super Mario“ und erzielte mit einem spektakulären Fallrückzieher den „Ausgleich“. Das 3:1 reichte für die Verlängerung, doch wir wollten mehr. SVA-Hexer Nevio Menth war jedoch immer wieder zur Stelle.

Also folgten weitere 30 Minuten bei über 30 Grad. Bei uns hatten Mario, Flo Buchwinkler und der eingewechselte Andi Baumgartner die Entscheidung am Fuß, aber immer verhinderte Menth die Vorentscheidung. Zwischendurch kam Danylo Plakhtyria für Kili in die Partie. In der 118. Minute hätten die Gäste dann womöglich die Relegation für sich entschieden: Sie schalteten schnell um und einer ihrer Angreifer war drauf und dran, vor Joel aufzutauchen. Noah Illek konnte ihn nicht mehr legal stoppen, also tat er das mit einem Foul. Er sah dafür die rote Karte, brachte uns damit jedoch ins Elfmeterschießen. Dafür wäre eigentlich Rapha Baier vorgesehen gewesen, doch er konnte einfach nicht mehr weiter machen. Also kam in Minute 120 mit Dani Munter ein weiterer sicherer Schütze auf den Platz. Anthering brachte gleichzeitig mit Thomas Strasser ihren zweiten Torhüter in die Partie. Würde er ihnen den Klassenerhalt retten?

Die Anspannung in unserer Arena war unglaublich. Keiner der knapp 500 Zuschauer sagte etwas. Man hätte die sprichwörtliche Nadel fallen hören können. Luki trat als erster Schütze an. Strasser hatte sich gemerkt, dass Luki seinen Strafstoß nach rechts geschossen hatte und entschied sich für diese Seite. Luki hingegen wählte die linke und brachte uns in Führung! Die Antheringer setzten auf Lukas Ritter, doch Joel hielt seinen halbhohen Schuss! Dann ging Danylo zum Elfmeterpunkt. Er schoss nach rechts und Strasser blieb in der Mitte. Das 2:0 war eine erste kleine Entspannung für schwarz-gelbe Nerven. Doch im Anschluss jagte Bastian Kühleitner die Kugel unhaltbar ins linke Kreuzeck. Nur mehr 2:1. „Mångs“ entschied sich für „links und hoch“ und stellte eiskalt und sehenswert auf 3:1. Joel wurde erneut zum „Elferkiller“ und war gegen Fabian Schwaiger zur Stelle, doch Schiedsrichter Sefa Ceviker ließ den Elfmeter wiederholen. Anscheinend hatte unsere Nummer 1 die Torlinie verlassen. Schwaiger war offenbar sehr nervös, denn er traf beim zweiten Mal die Stange! Somit konnte der nächste Elfer die Entscheidung bringen. Unser Leader Holzi schritt von der Mittellinie Richtung Elfmeterpunkt, schnappte sich die Kugel und es schien, als wollte er den Antheringer Keeper hypnotisieren. Dieser erahnte zwar die richtige Ecke, hatte aber keine Chance, den präzise und scharf geschossenen Ball auch nur ansatzweise zu erreichen. 4:1 – die Entscheidung! Holzi riss sich die „Wäsch’“ vom Leib und jubelte ausgelassen vor den Gästefans, die ihn durchgehend provoziert hatten. Damit brachen bei unseren Fans alle Dämme. Sie stürmten den Platz und feierten unsere Helden.

Kurz darauf schrie Holzi: „Jetzt sind wir Legenden!“ Ja, Burschen, das seid ihr. Ihr seid nach 2011-12 und 2015-16 das dritte Berndorfer Team, das in die Salzburger Liga einzieht. Damit habt ihr euch einen besonderen Platz in der Geschichte unseres Vereins gesichert.

Es folgte eine ausgelassene Feier, die erst am nächsten Tag ihr Ende fand. Mitten drin statt nur dabei: Luki und Rapha, die einzigen, die beim letzten Aufstieg 2016 mit dabei waren. Und Dani Munter, der seine Karriere mit einem ganz besonderen Match beendet hatte.

Salzburger Liga 2026-27: „Das unbeugsame Dorf“ ist zurück.

Wolfgang Rockenschaub

 

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