AllgemeinEine Weltklasseleistung

27. August 2019

“Don’t call it a comeback, I been here for years.” – LL Cool J

Die meisten unserer Fans hatten für das Cupmatch gegen Neumarkt wohl eher geringe Erwartungen: ordentlich durchrotieren, möglichst keine Verletzungen und sich möglichst gut verkaufen. Aber Michi Graf widersprach dem bereits mit der Aufstellung: Mit der Rückkehr von Raphi Baier und Tobi Vatschger war unsere Stamm-Verteidigung am Platz, während unser Mittelfeld mit Gappo sowie Berni und Luki Rösslhuber top besetzt war. Die Offensive bestand schließlich aus Hansi Stockhammer, Daniel Hampel und Jules Gerhartinger. Joel Wagner hütete unser Tor. Das war nun wahrlich keine B-Elf… Die Neumarkter schonten zunächst ihre Topstürmer Christoph Hübl und Raimund Friedl, Kapitän Bernhard Huber Rieder ist übrigens Lehrer bei uns in Berndorf.

Was auch immer Michi seinen Burschen nach der bitteren Niederlage gegen Piesendorf mit auf den Weg gegeben hat… es hat gefruchtet. Unsere Schwarz-gelben gingen wie ausgewechselt in diese Partie: Wir pressten die Neumarkter hoch, intensiv und intelligent an, ließen den Ball gut laufen und spielten wenn möglich direkt nach vorne. Der aktuelle Tabellendritte der Salzburger Liga kam überhaupt nicht in die Partie und die erste Halbzeit gehörte fast ausschließlich uns. Und so war unsere Führung durch Tobi Vatschger in Minute 24 mehr als verdient.

TSV-Coach Tomislav Jonjic wechselte in der Pause und brachte Raimund Friedl für Mario Kreuzer in die Partie. Die zweiten 45 Minuten begannen mit einem Paukenschlag: Hansi Stockhammer sah in der 50. Spielminute die gelb-rote Karte und wir waren plötzlich nur mehr zu zehnt. Die Partie drohte zu kippen, wir konnten in Unterzahl nicht mehr wirklich pressen. Michi Graf reagierte und stellte auf 4-4-1 um, beorderte Daniel Hampel auf den linken Flügel und Luki Rösslhuber in den Sturm. Die Neumarkter waren nun am Drücker, aber vier Minuten später ging Lehrer Bernhard Huber ebenfalls mit Gelb-rot vom Feld. Damit taten wir uns nun wieder etwas leichter, aber das Spiel blieb intensiv und hart umkämpft. Die Wallerseer dominierten nun das Spiel, aber wir verteidigten geschickt und Joel war immer perfekt zur Stelle. Dass Friedl ein Mal an die Stange schoss und anschließend einen Elfmeter vergab, war natürlich auch recht hilfreich…

Michi Graf brachte Mario Kneissl und Phil Köhler für Daniel Hampel und Jules Gerhartinger, während Jonjic mit Christoph Hübl den nächsten Goalgetter einwechselte. Dennoch zogen wir in der Schlussphase das Tempo an und pressten gut. Als die Nachspielzeit begann, sah alles nach einem Sieg aus… doch dann zeigte Schiedsrichter Johannes Dusch erneut auf den Punkt. Hübl legte sich den Ball zurecht und netzte in der 94. Minute humorlos ein, Joel war chancenlos. Verdammt…

Eine Minute später war die Nachspielzeit vorbei und das Elfmeterschießen begann. Raimund Friedl traf zur Neumarkter Führung, obwohl sich Joel für das richtige Eck entschieden hatte. Doch kein Problem, denn Raphi Baier glich mit einem trockenen Schuss ins rechte Eck aus. Anschließend parierte Joel den Elfmeter von Mario Leitner, während Luki TSV-Keeper Fabio Gruszka ins falsche Eck schickte. Zwischenstand: 2-1 für den USV! Amir Aliu glich für die Gäste aus, doch Berni stellte mit einem sehr platzierten Schuss unsere Führung wieder her. Franz Promberger verwandelte seinen Elfmeter, doch Tobi verlud Gruszka und traf mit einem präzisen Schuss. Somit lastete der ganze Druck erneut auf Christoph Hübl. Er trat erneut an, doch dieses Mal jagte er den Ball in die Wolken! 4:3 für Berndorf!

Unsere Spieler feierten ausgelassen diese Cupsensation und dachten sich dabei wohl: “Was heißt hier Comeback? Wir haben doch bloß gezeigt, was wir können…” Das war gegen Piesendorf absolut nicht der Fall gewesen. Aber gegen Neumarkt boten unsere Burschen eine Weltklasseleistung. Sie setzten endlich das um, was ihnen Michi Graf gerne beibringen möchte; zeigten, was sie drauf haben; und machten beides dieses Mal überragend. Es ist vielleicht vermessen, von einer der besten schwarz-gelben Leistungen dieses Jahrzehnts zu sprechen… aber das legendäre 7:3 gegen Bürmoos war auch nicht besser.

Hoffentlich nutzen unsere Burschen diese Gelegenheit, um sich zu merken, wozu sie mit einer Spitzenleistung imstande sind. So wie gegen Piesendorf dürfen wir nicht mehr auftreten. Aber wenn wir so auftreten wie gegen Neumarkt, dann könnte diese Saison eine besondere werden…

Wolfgang Rockenschaub

P.S.: Es ist nahezu ungerecht, jemanden hervorzuheben… aber zwischen all diesen Topleistungen stach jene von Luki Rösslhuber noch einmal besonders hervor.

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